29 Jahre Tier- Zahnheilkunde: 1987-2016

 

Der besondere Fall: Scotty 

Pateient: Scotty, Malinoisrüde, 1 1/ 2 Jahre

Scotty kam im Alter von 9 Monaten in die jetzige Familie. Er hatte bereits alle Zähne gewechselt. Der Besitzerin war bereits damals aufgefallen, dass 4 Schneidezähne des Unterkiefers einen „braunen Punkt“ aufwiesen. Der Hund hatte soweit keine offensichtlichen Probleme. Die Besitzerin hatte aber mittlerweile Bedenken, ob alles in Ordnung war und stellte den Hund in der Praxis vor.
Der 1 ½ jährige Rüde war in sehr guter allgemeiner Verfassung. Die genauere Adspektion der Mundhöhle bestätigte den Verdacht: die Schneidezähne waren frakturiert, sehr stark abgenutzt  und die Nervenhöhle eröffnet. Zwei  Fistelgänge waren  sichtbar. Um eine genauere Diagnose stellen zu können wurde der Hund in Narkose gelegt und eine Röntgenaufnahme angefertigt. In einen  Fistelgang wurde ein Guttaperchastift eingelegt um den Verlauf darstellen zu können.

 

   

 

 

 


Der Befund war eindeutig: alle Wurzeln waren größtenteils resorbiert, der Kieferknochen  durch die chronische Entzündung stark angegriffen und osteolytisch verändert. Der Zahnschmelz der Praemolaren war seitlich abgerieben, weiterhin hatte der Hund keine Tasthaare um die Schnauze. Der Besitzerin war dies noch nicht aufgefallen. Es war zu vermuten, dass der Hund ständig seine Schnauze rieb um seine Zahnschmerzen zu bekämpfen!!
 

   

 

 

 

Die Zähne wurden extrahiert, die Wunden gespült und vernäht. Der Hund erhielt ein Antibiotikum sowie ein Schmerzmittel. Die Medikamente wurden zuhause weitergegeben um die Entzündung im Kieferknochen abzuheilen.

4 Wochen später wurde der Malinois zur Nachkontrolle vorgestellt. Scotty ging es sehr gut. Er hatte sich sehr verändert- schien insgesamt ruhiger und ausgeglichener. Eine Röntgenaufnahme wurde angefertigt. Der Defekt war abgeheilt.

Die Besitzerin hatte übrigens die Stelle gefunden wo der Hund seine Schnauze gerieben hatte: eine enge kleine Stelle im Hundezwinger.
Das Verhalten hatte er nie mehr gezeigt!

Fazit: Jeder abgebrochene Zahn ist eine „tickende Zeitbombe“ und muss behandelt werden. Auch in diesem Falle sind die Bakterien über die Wurzelspitze in den Kieferknochen gelangt und haben eine chronische Entzündung verursacht, welche den Kieferknochen bereits zersetzt hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veterinary Dental Service-Dr.Isabella Kühn  |  Dr.I.Kuehn@t-online.de Tel.: 0049-172- 860 55 10